Karneval in
Venedig
Mindestens seit dem 13. Jahrhundert - höchstwahrscheinlich noch viel länger - feiert man in Venedig
den "carne vale", den Abschied vom Fleisch, bevor die Fastenzeit dem
"Übermut" ein Ende setzt.
Auch die Masken selber haben eine Jahrhunderte alte
Tradition. Ein Teil der traditionellen Masken ist der Commedie dell `arte
entlehnt.
Der Höhepunkt der Entwicklung ist im 17. und 18. Jahrhundert anzusetzen. Zur
damaligen Zeit dauerte die Karnevalszeit dann auch etwa 6 Monate - vom ersten
Oktobersonntag bis Weihnachten und vom Dreikönigstag bis Himmelfahrt -
ausgenommen die kirchlichen Feiertage.
Es stand einem jedem Venezianer frei, unabhängig davon, ob
Doge, Bürger, Edelmann oder gar Kurtisane, eine beliebige Rolle anzunehmen.
Damit wurden für eine gewisse Zeit und innerhalb eines bestimmten Rahmens die
gesellschaftlichen Hierarchien außer Kraft gesetzt.
Obrigkeitliche Dekrete und Verfügungen durch den "Großen Rat" und
die Inquisition begleiteten den Karneval durch die Geschichte. So wurde z.B. das
Maskentragen in Kirchen und Spielsalons verboten, auch drohten Männern, die in
Frauenkleidern angetroffen wurden, hohe Geldstrafen. Zeitweise wurde das Tragen
von Masken, Bärten und Perücken generell verboten.
Im Laufe des 17. Jahrhunderts hat man dann den venezianischen
Masken wieder alle Freiheiten gelassen. Erst mit dem Niedergang der
venezianischen Republik unter der österreichischen und später der
napoleonischen Herrschaft (Ende des 18. Jahrhunderts) starb auch die
Maskenfreiheit und somit der Venezianische Karneval.
Im Jahre 1980 wurde er, sicherlich auch, um einen neuen
touristischen Höhepunkt zu schaffen, wiederbelebt und beginnt heute 10 Tage vor
Aschermittwoch. Man sieht allerdings heutzutage auch viele, von den
traditionellen Formen abweichende Variationen an Masken und zahlreiche sog.
"auswärtige" Masken.